Die Troika, der Drachme und der Euro (Teil I)



Artikel von  Vasilis Viliardos*

„Die Austeritäts-Politik“, besser das „Memorandum“ wie die Griechenland von Troika aufgezwungenen Business Pläne bezeichnet werden, sind ohne den geringsten Zweifel gescheitert. 

Diese Tatsache lässt sich  nicht nur aus dem haarsträubenden Rückgang des BIP schliessen, der grösser als der Rückgang der Grossen Rezession von 1930 ist, oder aus der dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit, inklusive der Konkurse tausender von Klein- und Mittelunternehmen schlussfolgern, aber auch aus dem nicht erfolgten veranschlagten Rückgang der öffentlichen Verschuldung sowie auch aus der nicht erfolgten Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. 

Vor allem, wenn die öffentliche Verschuldung trotz wiederholter Steuererhöhungen, der „Konfiszierung“ von Vermögenswerten, sowie auch der beängstigenden Lohnkürzungen die öffentliche Verschuldung von ca. 128% des BIP im Jahr 2009 auf 180% gegen Ende 2013 gestiegen ist, obwohl zwei Schuldenschnitte vorausgingen. 

Die sozialen Folgen der „Austeritäts-Politik“ sind erschreckend, da ca. 40% der Bevölkerung unter oder nahe der Armutsgrenze lebt. Ausserdem hat die drastische Kürzung der öffentlichen Ausgaben unser nationales Gesundheitssystem an den Rand des Abgrunds geführt – mit Schulen, die sich in einem elenden Zustand befinden, sowie auch die Auswanderung der Griechen, die eine ungeheure Dimension annimmt (nur allein in Deutschland ist im Jahr 2012 im Vergleich zu 2011 eine Erhöhung von 73% verzeichnet worden). 

Natürlich wird die Schrumpfung der griechischen Wirtschaft nicht auf immer und ewig so weitergehen, irgendwann wird der Aufschwung zwangsläufig folgen- wenn auch von einem sehr niedrigen „Ausgangspunkt“. Zu diesem Zeitpunkt wird es unausweichlich sein, dass die Verfechter der Memoranden und der Troika in Hurra-Rufe ausbrechen werden, indem sie behaupten, dass ihre Politik Erfolg gezeigt hat – folglich es nur Zeit und Geduld gebraucht habe, um das erwartete Ergebnis der „strukturellen“ Änderungen zu erzielen. 

Wir erachten es als absolut sicher, dass sie sich nicht auf den bis dahin verursachten enormen wirtschaftlichen Schaden beziehen – geschweige denn, dass es viele Jahrzehnte brauchen wird, um die hunderttausende Arbeitsplätze zu schaffen, die innert kürzester Zeit zerstört worden sind. Es ist ebenfalls sicher, dass überhaupt kein Bezug auf das menschliche Leid genommen wird, welches  völlig grundlos durch die kriminellen Massnahmen der Troika hervorgerufen worden ist – noch auf das Elend tausender Bürger oder der vorausgegangenen Selbstmorde. 

Abschliessend ist absolut sicher, dass sich die Troika heftig gegen jeden Versuch ihrer Vertreibung wehren wird, bevor sie ihre Mission beendet hat – ohne dabei davor zurückzuschrecken, Verbrechen oder „Provokationen“ anderer Art zu „organisieren“, um die Gesellschaft zu terrorisieren, damit diese nicht reagiert. 

Dennoch ist es unmöglich, dass die Bürger nicht begreifen, wer und zu welchem Zweck die heimtückischen Angriffe gegen ihr Heimatland „orchestriert“ – geschweige denn, die Eroberung Griechenlands erlauben, nachdem die von den Eindringlingen geplante Neuanpassung und gesellschaftliche Kollaps vorangegangen ist.

Analyse
Wir haben uns sehr oft, bevor das Eindringen überhaupt begonnen hat, aber auch später, auf die Tatsache bezogen, dass das Eintreffen des IWF in einem Land entsprechende Katastrophen verursacht wie ein Krieg – da es alle gesellschaftlichen Strukturen zerschlägt, Krankenhäuser und Schulden abreisst, Millionen Menschen ausplündert, verelendet und „ruiniert“. 

Geschweige denn, wenn – wie im Falle Griechenlands – das preussische Deutschland beteiligt ist, das etwas mehr als unerbittlich ist, eine Tatsache, die sich einfach von der Art ableiten lässt, wie sie mit ihren eigenen Bürgern umgeht. Folglich ist jeder vergehendeTag kostbar – da er vielen Monaten entspricht, die zur „Heilung der Wunden“ unserer Heimat nötig sind.
In diesem Rahmen müssen haben wir Griechen nur über eine einzige Pflege zu verfügen: Ganz einfach, auf welche Art und Weise wir die Troika vertreiben können, ohne dabei eine noch grössere Katastrophe für unser Land, uns selbst, unsere Kinder und unsere Enkelkinder hervorzurufen. 

Offensichtlich haben die „unartikulierten Schreie“, d.h. die unreifen revolutionären Aussagen gegen die Troika und ihre Memoranden, die sich nicht auf einen realistischen und anwendbaren Plan zur Vertreibung stützen, kein Resultat – sie helfen einfach nur zur „Entspannung“ der Masse, wobei sei sie es den Eindringlingen so noch leichter machen und das Problem erhalten, wenn nicht verschärfen. 

Mit sehr einfachen Worten ausgedrückt, gestatten die inhaltslosen „Anti-Memoranden-Schreie“ das kontrollierte Entweichen von Dampf aus dem kochenden Topf und verhindern so seine Explosion. Noch schlimmer, sie funktionieren wie das Beispiel des Frosches, der sich sehr langsam an das warme Wasser gewöhnt, obwohl es immer heisser wird – mit dem Resultat, dass er nicht reagiert und ruhig stirbt. 

Unsere Einführung abschliessend beweist leider alles, was bis jetzt geschieht, auf die schlimmstmögliche Art unsere Schlussfolgerungen – da sich die wirtschaftlichen Grössen unseres Landes Tag für Tag verschlimmern, was ihre „Wiederherstellung“ immer schwieriger macht. Im Speziellen folgendes: 

DIE KATASTROPHE DER GRIECHISCHEN WIRTSCHAFT
Gemäss der Troika hätte die Reduktion der Löhne und der Produktionskosten als Resultat den Anstieg der Exporte zur Folge gehabt – so wurde ein Wachstumsrhythmus von 0,7% im Jahre 2011, und ebenfalls von 1,1% im Jahr 2012 vorausgesehen. In Wirklichkeit jedoch versank Griechenland in einer ungeheuren Rezession in einer Grössenordnung von -7,1% im Jahr 2011 und -6,4% im Jahr 2012, die sich im Jahr 2013 weiter fortsetzt (-3,8%). 

Die Prognosen des Wachstums stützten sich auf die irrige Hypothese, dass im Falle, sollte der Staat seine Ausgaben um 1 € reduzieren, das BIP um 0,50 € sinkt  – d.h. nach dem bekannten Begriff des „Multiplikators“, bezüglich welchen das IWF seinen Fehler eingestanden hat. Wie also im Nachhinein erwiesen hat, schränkt die Senkung der öffentlichen Ausgaben um 1 € das BIP zwischen 2.50 € und 3.60 € ein - etwas, wo wir nicht annehmen können, es beruhe auf einer falschen Einschätzung des IWF, der von den 10‘000 Ökonomen der Weltbank unterstützt wird. 

Auf jeden Fall, welche auch immer die tatsächlichen Absichten des IWF waren, sanken die Löhne in Griechenland dramatisch, die Steuern steigen sprunghaft in die Höhe, die Arbeitslosigkeit eskalierte und der Konsum brach zusammen – so war es mehr als wahrscheinlich, dass die Exporte den Rückgang der inländischen Nachfrage ausgleichen konnten, wie von den klugen Köpfen der Troika behauptet. 

Es war selbstverständlich, dass die Investitionen in Griechenland, die sich zwei Jahre vor der Krise ergeben hatten, der Reihe nach abgestürtzt und sich auf 34 Mrd. € eingeschränkt haben im Vergleich zum Jahr 2007 – erreichten ihren Tiefpunkt im ersten Quartal 2013 auf 25 Mrd. €, was ein Negativrekord für Griechenland darstellt. 

Wie natürlich war, brachen die Investitionen in Griechenland, die sich in den zwei Jahren vor der Krise deutlich erhöht hatten, der Reihe nach zusammen und gingen im Vergleich zu 2007 um ca. 34 Mrd. € zurück – wobei sie im ersten Quartal 2013 in ihrem Nadir, sprich bei 25 Mrd. € angelangten, was für Griechenland einen negativen Rekord darstellt. 

Die Ursache des enormen Rückgangs der Investitionen, die natürlich die wirtschaftlichen Grössen Griechenlands verschlechterte, war offensichtlich der Rückgang der Nachfrage, als Folge der Lohnkürzungen, der Steuererhöhungen, des Anstiegs der Arbeitslosigkeit usw. – da es einleuchtend ist, dass niemand in einem Land investiert, in welchem die Aussichten auf Verkauf der von ihm produzierten Produkte stets negativer werden. 

Der Konsum in Griechenland, eines der wichtigsten „Säulen“ seines BIP, sank seit Anfang 2010 um 30 Mrd. € - während die Exporte, der einzige Sektor, der (zwar nur vorübergehend) eine Erhöhung um 8 Mrd. € aufwies, konnten natürlich die Senkung der öffentlichen Ausgabenum 13 Mrd. € im gleichen Zeitraum nicht nicht ausgleichen. 

Folglich musste der Zusammenbruch des BIP zwangsläufig geschehen, leider auch im Vergleich zu den anderen Ländern des Südens. Offensichtlich jedoch war diese Entwicklung den Eindringlingen von vornherein bekannt, nachdem sie genaue Kenntnis der „Zutaten“ des griechischen BIP hatten, wie jeder Anfänger der Ökonomie – welcheTatsache  bedeutet, dass es sich nicht um einen Fehler, aber um eine absichtliche Handlung handelte.

Weiter war bezüglich des Sektors „Beschäftigung“ der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht das einzige „haarsträubende“ in Griechenland verursachte Unheil. Erschreckend war v.a. die Entwicklung der „Beschäftigungsquote“ – d.h. also die Anzahl der Erwerbstätigen im Alter zwischen 20 und 64 Jahre, geteilt durch die Gesamtbevölkerung desselben Alters (employment-to-popoulation-ratio). 

Wenn dieser Satz die 70% übersteigt, wird die Wirtschaft als ausserordentlich entwickelt bezeichnet. Wenn im Gegenteil dazu dieser Satz kleiner als 50% ist, wird die Wirtschaft zu den „aufsteigenden“ gezählt – wobei Indikatoren von weniger als 50% hauptsächlich die Länder des Mittleren Ostens und Nordafrika aufweisen, in welchen die Arbeitsplätze stark beschränkt sind. 

Dieser Prozentsatz von 66,5% für Griechenland im Jahr 2008 sank im Jahr 2012 steil auf 55,3% (Tabelle Eurostat) sowie ebenfalls auf 49,1% im ersten Quartal 2013 (Tabelle Eurostat) – dieseTatsache bedeutet zweifellos, dass die Wirtschaft Griechenlands in einem gefährlich rasanten Rhythmus zusammenbricht. 

Bei einer Bevölkerung Griechenlands beispielsweise von ca. 10‘815‘000, lag die „Beschäftigungsquote“ im Jahr 2008, diejenigen also, die arbeiten konnten, bei 7‘192‘000 Personen. Für das Jahr 2013 wird diese Zahl auf 5‘310‘000 geschätzt, alson um 1‘882‘000 Personen weniger, welche Tatsache für ein entwickeltes Land eine unnatürlich kleine Anzahl darstellt. 

Wenn all dies keine beispiellose Katastrophe darstellt, v.a. die 1,9 Mio. Bürger, die im Wesentlichen an den Rand (der Gesellschaft) gedrängt worden sind (unsere Ausführungen), d.h. von der Troika lebendig begraben wurden, anstatt in einem konventionellen Krieg zu sterben, wie ist die Katastrophe dann genau zu definieren?

Wenn wir also nicht den 1 Mrd. € grenzenden enormen Absturz aller Werte in Griechenland miteinbeziehen (Aktien, Liegenschaften usw.) - wie in unseren früheren Artikeln analysiert - glaubt dann wirklich noch jemand an einen Zustand, der in äusserst kurzer Zeit korrigiert werden kann?

DER MYTHOS DER STEIGERUNG DER WETTBEWERBSFÄHIGKEIT
Ohne ausführlicher auf tiefgreifendere Wirtschafts-Interpretationen der wirtschaftlichen Indikatoren einzugehen, die eventuell das Verständnis der tatsächlichen Umstände erschweren, ist der „reale Wechselkurs“ des „griechischen Euro“ im Vergleich zu den übrigen Euro interessant– da mit dessen Hilfe der Mythos über die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit unsers Landes vollständig „untergeht“ (zumindest analog der kriminellen Lohnkürzungen). 

Die reale Kurs des griechischen Euro hat sich im Wesentlichen gar nicht verändert – als er im Juli 2013 bei 99,6 lag, gegenüter 100 im Januar 2008. Dies bedeutet, dass es keine vergleichweise vergleichsweise Verbesserung gab, obwohl sowohl die Löhne als auch die Produktionskosten in Griechenland deutlich gesunken sind, und somit seine Wettbewerbsfähigkeit spürbar ansteigen hätte müssen – während in anderen Ländern der REER-Index sank, d.h. ihre Wettbewerbsfähigkeit anstieg (obwohl es scheint, dass der Index wieder steigt und folglich ihre Wettbewerbsfähigkeit nach 2012 sinkt). 

Daher scheiterte die berüchtigte „inländische Abwertung“, aufgrund welcher die Wettbewerbsfähigkeit in Griechenland angeblich gesteigert worden wäre, kläglich. Im weiteren Sinn waren die von den Erwerbstätigen erbrachten „Blutopfer“ unnötig – da sie der griechischen Wirtschaft absolut nichts gebracht haben, ausser, dass sie Tausende von Menschen zu Hunger und Elend verurteilt haben. 

Die Exporte Griechenlands sind zu einem gewissen Grad nach dem Einsturz von 2010 jedoch gestiegen und übertrafen ihre bisherige Höhe  – obwohl ein grosser Teil des Anstiegs auf Minerölprodukte zurückzuführen ist, so ist sie im Wesentlichen „technisch“ und nicht nachhaltig. Allerdings ist die Verbesserung der Handelsbilanz hauptsächlich auf den Rückgang der Importe aufgrund des steilen Absturzes der Einkommen der Griechen (Löhne, Steuern usw.) zurückzuführen,– wobei bei der Rückkehr des Landes zum Wachstum es wahrscheinlich ist, dass die Defizite wieder in seiner Handelsbilanz zurückkehren. 

Die Gründe, aufgrund welcher die Strategie des Wachstums mittels der Exporte mithilfe der niedrigen Löhne und der Konstenreduktion nun kein Resultat zeigt, sind folgende: 


a)      Erstens ist in einem Land wie Griechenland, dessen Exporte ein nur kleiner Teil seines BIP im Vergleich zum inländischen Konsum ausmachen, die Senkung der Einkommen der Bürger katastrophal – mit dem Resultat, dass die Exporte den Zusammenbruch der inländischen Nachfrage ausgleichen können und das Land in die Rezession sinkt.

b)      Eine weiterer Grund ist, dass in einer Wachstums-Strategie mittels Erhöhung der Exporte auch die „Handelspartner“ des Landes mitmachen müssten – v.a. natürlich Deutschland, das die Strategie aufgezwungen hat. Auf dieses Thema sind wir bereits im Jahr 2009 eingegangen (damals unter der Annahme, dass die latente Arbeitslosigkeit in unserem Land bei etwa 40% unserer Analyse lag) und die folgenden Worte von Keynes „borgend“, als er den Ausgang Deutschlands als Folge des Vertrages von Versailles vorhersagte:

„Es wurden 160 Mrd. Deutsche Mark als Kriegsentschädigung gefordert. Die Möglichkeit Deutschlands 160 Mrd. oder, wenn auch nur 100 Mrd. zu bezahlen, ist irreal – d.h. es liegt auf Basis einer logischen Berechnung nicht im Rahmen des Möglichen. Diejenigen, die glauben, dass Deutschland jedes Jahr viele Milliarden Mark zur Tilgung bezahlen hätte können, hätten uns erklären müssen, mittels welcher Güter genau ihrer Meinung nach diese Zahlungen erfolgt worden wären, und in welchen Märkten genau diese Güter hätten verkauft werden können. Bis sie sich genauer ausdrücken können und objektiv ihre Entschlüsse belegen können, indem sie erzielbare Dinge fordern, können sie nicht unser Vertrauen gewinnen.“

So etwas lag jedoch nicht in der Absicht der Kanzlerin, ihre Absicht ist zweifelsohne die Umwandlung Griechenlands in eine Kolonie – nach der Plünderung des privaten und öffentlichen Vermögens.

c)       Ein dritter Grund ist das indirekte Resultat der Lohnkürzungen – mit der hauptsächlichen Begrenzung der Arbeitnehmerproduktivität. Der Produktivitätsrückgang aufgrund des Unwillens der Arbeitnehmer, sich mehr anzustrengen, während ihre Entschädigungen sinken, neutralisiert die Senkung der Produktionskosten mittels der Lohnkürzungen.

d)      Ein weiterer Grund ist der Rückgang der Investitionen, der ebenfalls die Produktionskosten verschlechtert. Es gibt natürlich noch viele weitere Gründe, auf welche wir es jedoch nicht als notwendig erachten im Rahmen eines Artikels weiter einzugehen, der nicht ermüden soll. 


EPILOG
Aus oben genannter kleiner Ausführung der enormen Probleme, welche durch die Politik Troikas in unserer Heimat entstanden sind, geht klar hervor, dass Griechenland keine Zukunft hat, solange es dem folgt, was ihm aufgezwungen wird – jedoch wird es bald zusammenbrechen, mit geringen Chancen, irgendwann seinen vorherigen Lebensstandard wieder zu erreichen. 

Es ist folglich dringend notwendig, umgehend einen Business Plan für Griechenland zu erarbeiten, der sich ausschliesslich und allein auf die Kräfte Griechenlands stützt. Das Thema ist natürlich nicht nur die Erarbeitung eines solchen Plans, dessen zentrales Element nicht nur die kurzfristige Finanzierung des Landes ist (einfacher ausgedrückt „was würden wir Morgen früh tun, wenn wir die Troika verjagen würden“), aber auch, welche politische Partei den Plan umsetzen könnte – etwas, das sicherlich nicht aus den Programmen der verschiedenen Parteien zu entnehmen ist, die eher „Übungen auf dem Papier“ und gegenstandslose Theorien sind. 

Mit genau diesem Thema werden wir uns im zweiten Teil unserer Analyse befassen, für welche wir erachteten, oben genannten Ausführungen vorausschicken zu müssen – in der Hoffnung, dass verständlich geworden ist, dass wir uns genau am Rande des Abgrundes befinden, während es vieler mühevoller Jahre bedürfen wird, um die ungeheure entstandene Katastrophe zu korrigieren. Wir können es jedoch, wir können es viel besser allein, wir können es nur allein und wir müssen es tun - jedoch vernünftig, realistisch und ohne dumme, wenn nicht gar gefährliche „Heldentaten“. 

Abschliessend ist es heute wahrscheinlich notwendig zu erwähnen, im Sinne dass jeder vertreichendeTag etwas mehr als katastrophal für unsere Heimat ist, dass die Linke praktisch keine Möglichkeit hat, Griechenland innerhalb der Eurozone zu retten – d.h. den Euro als Währung des Landes beibehaltend ,ohne dass dies bedeutet, dass wir dies als zwingend erachten. 

Was die Koallition angeht, ist sie – was immer sie auch tut - zum Scheitern verurteilt, da sie basierend auf ihrer bis heute schlechen Entscheidungen ihre Grundhaltungen und Wahlversprechen ändernd in die Enge getrieben worden ist. Unserer Meinung nach ist es absolut unmöglich, dass sie Griechenland aus der Krise führt, während sie immer „diktatorischer“ wird, aber auch unterwürfiger gegenüber den Ausländern, in ihrem Versuch mit allen Mitteln an der Macht zu bleiben. 

Aussichten auf Erfolg innerhalb des Euros – aufgrund der Umstände und wegen ihrer besonderen Politik - haben nur die rechten Parteien, da sie in der Lage sind, die Werkzeuge des freien Marktes zu nutzen – sofern sie natürlich richtig, mit den fähigsten und seriösesten Personen des Landes, besetzt werden. Das bedeutet nicht, dass der Euro eine Einbahnstrasse ist, aber einfach nur eine der – am wenigsten schmerzhafte – vorhandene Option. 

Eine notwendige Voraussetzung wäre natürlich, sowohl für die linke als auch für die rechte alternative Parteiwahl der Regierungsführung des Landes, das „Engagement“ aller Griechen an ihrer Seite. Dies erfordert jedoch ein äusserst begabtes Führungsteam, das in der Lage ist, nachweislich zu überzeugen – indem sie beispielhaft die politische Korruption bestraft (d.h. alle korrupten Politiker, die unser äusserst reiches Land in den Bankrott geführt haben) und gleichzeitig die direkte Demokratie anzunehmen. 






* Herr Vasilis Viliardos ist ein moderner Ökonom, Absolvent der Universität Athen, mit postgradualem Studium an der Universität in Hamburg – wo er auch mit eigenen Unternehmen über viele Jahre tätig war.
Er hat das sich auf den Steuermechanismus Deutschlands beziehende Buch „Machtüberschreitung“ geschrieben und drei Bücher bezüglich der weltweiten Finanzkrise mit dem Titel „Die Krise der Krisen“ herausgegeben. Ebenfalls hat er sich auf internationalem Niveau mit signifikanten Untersuchungen und Analysen bezüglich seines Fachs (Makroökonomie) befasst, die regelmässig in Tageszeitungen, Zeitschriften und auf Webseiten publiziert werden.

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